Ab sofort 10 Euro für jeden Erfahrungsbericht

In den letzten Jahren haben sich bereits 206 Gästebucheinträge angesammelt, aber leider erst 15 deutsche Erfahrungsberichte. Erfahrungsberichte von positiven Krankheitsverläufen finde ich unter anderem deshalb wichtig, weil nicht alle Schmerzen gleich sind und Ihnen fremde Erfahrungen vielleicht noch besser bei Ihrem individuellen Problem helfen können.

Deshalb biete ich Ihnen ab sofort für jeden veröffentlichten Erfahrungsbericht eine kleine Aufwandsentschädigung in Höhe von 10€ (per Amazon.de Email Gutschein).

3 Gedanken zu „Ab sofort 10 Euro für jeden Erfahrungsbericht“

  1. Repetive Strain Injury (RSI)

    Es ist Sonntag 8.Februar 2015, zeitig morgen (etwa 4h früh) als ich aufwache, nicht mehr schlafen kann.

    Status: Schmerzen in den Fingern – sie sind wieder da

    In den letzten Tagen fiel mir ein Teller zu Boden, einfach so aus den Fingern.
    Im Unterricht fiel mir mehrmals der Bleistift zu Boden, einfach so.
    Seit ich ausbildungsbedingt wieder am Computer arbeiten muss, sind meine Schmerzen wieder gekommen- dabei waren sie schon fast vergessen.
    Kribbeln, Taubheitsgefühle, starke Schmerzen, Schwitzen in den Fingern.

    Selbst diese Zeilen sind mir schon zu anstrengend und ich sollte stoppen.

    In den letzten Tagen genoss ich die Kälte des Winters, ohne Handschuhe ging ich stundenlang am Land spazieren und hielt meine schmerzenden Finger in den Winterwind – eine Erholung und Freude schmerzfrei zu sein – auch wenn es nur kurz anhalten würde, denn kaum zurück im warmen Haus verdoppelt sich das Leid.
    Stoppen mit PC, Laptop und Internet. Dann würde es bestimmt wieder besser – so wie es schon mal war.
    Ich bin 42 Jahre alt und Papa von zwei Kleinkindern und lebe seit einiger Zeit am Land, fern von Stadt und stressigem Leben. Es ging lange gut ohne PC und Laptop. Dank Touchhandy konnte ich etwas surfen und Informationen lesen um zumindest mit der Zeit zu gehen.

    Meine Geschichte beginnt zur/vor der Jahrtausendwende.
    Jung und voller Energie stürzte ich mich auf PC und beginnendem Internet Verbrachte Tage, Nächte vorm PC. Installieren, Reparieren, Schreiben, Programmieren… natürlich Chaten und die ach ja Computerspiele.

    Zum ersten Mal von RSI oder eher Maushand erfuhr ich von meinem WIFI-Trainer in Wien als ich die 4-semestrige Fachakademie Angewandte Informatik besuchte. Dieser konnte nicht mehr selber programmieren und wechselte zum Trainer- weil er von schlimmen Schmerzen in den Fingern berichtete. Natürlich verstand ich das nicht so genau, was man nicht selbst hat kann man selten nachvollziehen.
    Die Jahre vergingen, ich lernte auch von Büchern das Programmieren, das Erstellen von Homepages, das Erstellen von Animationen, besuchte weitere EDV-Kurse.

    Doch irgendwann bekam ich Schmerzen in der Hand.
    Beim Schreiben.
    Beim Bedienen der Maus am PC.

    Status: Hab grad so erstarkende Schmerzen in den Fingern und sollte abbrechen dies hier zu verfassen…meine Finger werden grad eiskalt und das Zittern ist offensichtlich

    Natürlich hörte ich als junger Mann nicht unbedingt auf die Warnsignale meines Körpers – nahm es aber doch ernst – in meinem Hauptberuf als Öffifahrer konnte ich ja vom Computer abschalten.
    Aber der Drang und der Wissensdurst in meiner Freizeit waren noch zu groß.
    Ich lernte und arbeitete am PC weiter – zwar vermindert aber immerhin.

    Die ersten Arztbesuche machte ich beim Hausarzt um 2002 (?). Verstanden wurde ich nicht unbedingt.
    Vielleicht sei es Rheuma. Dementsprechende Blutuntersuchungen verliefen aber negativ.
    Ich ging zum Facharzt – konnte aber keine Hilfe erwarten.
    Ich ging ins Spital und wurde heimgeschickt – die Werte seien negativ. Ab und an wurden mir Schmerzsalben verschrieben.

    Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Zuerst Schmerzen, dann Kälte, dann Schwitzen, Kribbeln in den Fingern. Extremes Pochen. Dinge die ich nicht mehr halten konnte und zu Boden fielen. Taubheit…

    Das Schlimme ist – ich machte die Erfahrung, dass auch ein Schreiben mit Bleistift und Füller die fast selben Probleme hervorriefen und ich keine A4 Seite mehr händisch verfassen konnte.

    Man bedenke, dass die Schmerzen ja zusätzlich Auswirkungen auf das ganz normale Leben haben in jeglichem Tun und Handeln, die eigenen Finger braucht man für alles!

    Ich kann mich nicht genau mehr erinnern wie oft ich bei welchem Arzt war – aber irgendwann begann ich dank Internet mich im Netz schlau zu machen.

    Mit der Vorstellung eine Maushand (Tennisarm ist ja eher bekannt) zu haben ging ich zum Arzt… Antwort: Im Internet steht nur Quatsch…

    Irgendwann stieß ich auch auf die Homepage von Clemens Conrad
    Ich bestellte mir das Buch: „RSI-Syndrom, Mausarm, Tennisarm“ von Clemens Conrad. In diesem Buch fand ich mich wieder. Das waren meine Probleme und ich war nicht allein – es betrifft auch viele andere…

    Erneut klapperte ich Ärzte ab und erzählte von diesem Buch und meinen Schmerzen und wurde abgewiesen – nicht wissenschaftlich belegt.
    Ich ging zu Orthopäden und auch zur teuren Akupunktur – nichts half.

    Ich versuchte mit den Übungen im Buch meine Probleme zu lösen – mit eher mäßigem Erfolg.
    Laufen hilf eher – aber nur für einen Moment. Mit 30 damals ging ich auch noch gern laufen.

    Das Schlimme war – auch beim Schwimmen spürte ich diese Schmerzen in den Fingern, so dass ich nicht mehr regelmäßig ins Hallenbad ging. Ich war gerne schwimmen, aber es ging nicht mehr. Bei jedem Schwimmzug schmerzten meine Finger, ich bekam Krämpfe und musste raus – sonst würde ich untergehen.

    Ich wandte mich vom Programmieren und Arbeiten vom PC, Laptop total ab – als einzige dauerhafte Lösung.
    Es dauerte einige Jahre noch bis ich wieder komplett ohne Computer leben konnte.
    All meine privaten Interessen am PC musste ich zurückstellen (Hausdesign und virtuelle Durchwanderungen am PC, händisches Zeichnen oder Malen…).
    Ich lebe nun auch nicht mehr in Wien, sondern am Land mit meiner kleinen Familie.
    Ohne Computer ging es mir irgendwann wieder besser.

    In meinem letzten Job hatte ich mit Büchern zu tun, Schreibarbeit war sehr wenig.

    Auch wenn die Dauerschmerzen aufhörten, sobald ich mit Bleistift oder Füller mehrere Seiten händisch schreiben wollte, ging auch hier wieder alles von vorne los.
    Aber der Schmerz hielt zumindest nicht monatelang an sondern war nach Tagen vorbei.

    Jetzt haben wir 2015.
    Ich entschied mich mit 42 Jahren eine geförderte Umschulung zu machen. Was ich weniger bedacht hab, ist dass mehr denn je alles via Computer und nur mehr Internet funktioniert. Lernskripten runterladen, ausdrucken, schreiben – viel schreiben, und noch viel mehr recherchieren im Internet! Viel Schreibarbeit am PC und auch mit der Hand und am neuen Laptop den ich mir vor Wochen besorgte.

    Status: Klick, Klick, Klick = AU AU AU AU AU AU AU AU AU (exponentiell gefühlt)

    Die EDV-Welt hat sich natürlich weiterentwickelt, ich bin mit meinem EDV-Wissen 2003 stehen geblieben und ich komme schon so nicht mehr mir mit den neuen Funktionen. Das Geld für den neuen Laptop ohne Touch (Win8.1) rausgeschmissen. Meine Schmerzen sind nach wenigen Tagen wieder da.

    Status: Die Finger kribbeln, die Fingerführung an der Tastatur wird ungenau und ich vertippe mich, zittere an allen Fingern (sichtbar), Schmerzen in den Gelenken. Die Hände reagieren mit Kälte. Die Finger verkrampfen sich. 10-Fingersystem unmöglich. Ich tippe die Buchstaben grade noch mit dem Zeigefinger einzeln. Ich nehme jetzt wieder Schmerzmittel (Folge zusätzlich Magenprobleme)

    Derzeit hab ich nur 2 Abende Schulunterricht um Protokolle, Analysen zu verfassen. Mit Semesterbeginn findet an 5 Abenden die Woche für 5 Semester der Regelunterricht statt und ich kann jetzt schon nicht mehr schreiben.

    Die psychische Belastung ist schon so durchs Lernen hoch, aber gar nicht schreiben zu können… samt der Konsequenz dass das Alltagsleben darunter massivst leidet…

    Ich hab die letzten Tage bemerkt wie ich weniger notiere, weniger mitschreibe, weniger unterstreiche. Ich habe fast schon vergessenes an Schmerzen wieder aufkommen erlebt, wachsender Schmerz.

    Ich weiß aus meiner Erfahrung, wenn ich jetzt aufhörte mit dem Computer zu arbeiten, wäre ich in etwa 2-3 Wochen schmerzfrei. Natürlich hoffe ich dass das auch diesmal so geschieht. Allerdings hab ich da jede Menge Schreibarbeiten und noch mehr Internetrecherche vor mir!

    Es ist Sonntag 8.Februar 8h morgens. Ich war jetzt knapp 2-3h am PC um dies zu schreiben und ich musste dies schreiben, wollte meinen Erfahrungsbericht ja schon vor Jahren verfassen. Natürlich kann ich mich an die genauen Arztbesuche wann, wo und so und bei wem ich war nicht mehr genau erinnern.

    Status: Meine Finger schreien und pochen vor Schmerz, der Nacken ist nun auch verkrampft.

    Konsequenz mit der ich nach dieser Schreibarbeit leben musss (kleiner Auszug):

     Das Schälen und Schneiden einer Karotte ist nur unter Schmerz möglich, das Messer kann ich kaum halten…
     Kann ich Geschirr wegräumen? Mir fehlt die Kraft und die Koordination Teller und Töpfe zu halten… will ich trinken fällt mir das Glas fast zu Boden…meine Finger sind zu taub…
     Kann ich die Hand meiner Kinder halten und umfassen? Meine Finger wollen sich entspannen und folgen nicht meinem Wunsch meine Kinder fest an der Hand zu halten wenn wir spazieren…
     Kann ich mit meinen Pflanzen arbeiten und umtopfen, die Samenzucht für den Frühling vorbereiten? Nein – kann die kleinen Samen nicht umfassen und nicht halten – außer unter Schmerz.
     Kann ich schwimmen? Nein – es schmerzt die Finger im Wasser zu bewegen
     meine Feinmotorik versagt komplett

    Meine Finger sind nun alle verkrampft und bewegungsunfähig – wie steif gefroren, pochen, schmerzen, schwitzen, frieren und fühlen sich taub an.

    Eine Frage zum Schluss: Ist nicht meine Gesundheit wichtiger als eine Umschulung wo ich mit genau diesem Hauptproblem dem Computer wieder zu tun habe- der mir diese Schmerzen zufügt?

    Ich mag den PC nicht (eher schon hassen- weil ich muss schreiben um mitzukommen)
    Ich ziehe einfach den Stecker – statt den PC runter zufahren und erspare mir das rumklicken.

    MfG – ein Schmerzgeplagter aus Österreich

  2. Das klingt ja furchtbar, ich leide richtig, wenn ich das lese.
    Hast dus schon mal damit probiert: Mit Spracherkennungssoftware und einer Fußmaus? Da brauchst du dann null Hände für den PC, und kannst trotzdem arbeiten.
    LG Simon
    PS: Informier dich auf meiner Website!

  3. Hallo Mario,

    das klingt echt alles andere als schön. Und dir kann keiner so wirklich helfen, diese Probleme in den Griff zu bekommen? Mitleid möchte ich dir nicht schenken, denn dafür bist du noch stark genug und ich glaube, dass du das auch gar nicht möchtest.

    Viel eher wünsche ich dir weiterhin Kraft und Ausdauer, bis sich deine gesundheitlichen Probleme verbessern. Ich drücke dir die Daumen.

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